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Faktor V Prothrombin MTHFR  
 

Faktor V /Faktor II + MTHFR

RDB 2020, 12 Tests

Genetische Thrombose-Risikofaktoren:
Faktor V-Leiden und Prothrombin 20210A und Methylentetrahydrofolat Reduktase (MTHFR) C677T Polymorphismus
Bestimmung der Mutation FV:Q506 im Faktor V-Gen, des Polymorphismus 20210A im Faktor II-Gen sowie Bestimmung des MTHFR Risikoallels für Herzkranzgefäß-Erkrankungen

 

Faktor-V-Leiden

Thrombosen gehen auf Störungen des Gerinnungssystems zurück und können mit Spätkomplikationen bis hin zur Lungenembolie verbunden sein. Einer der Regulatoren des Gerinnungssystems ist das Aktivierte Protein C (APC), eine Serin-Protease. APC beeinflusst zusammen mit einem Kofaktor den Gerinnungsprozess durch proteolytische Inaktivierung von zwei Komponenten der Gerinnungskaskade, den Faktoren Va und VIIIa. Faktor Va entsteht durch Spaltung aus dem Faktor V-Protein, ein Prozess, der wiederum durch Faktor IIa vermittelt wird.

Die Resistenz gegen aktiviertes Protein C (APC-Resistenz) ist der nach heutigem Kenntnisstand der häufigste genetische Risikofaktor für eine venöse Gerinnungsstörung. Ursache hierfür ist in 90% der Fälle eine Punktmutation im Faktor V-Gen, bei der an Position 1691 des Gens ein Guanin (G) gegen ein Adenin (A) ausgetauscht ist (Bertina et al., 1994). Dies hat im translatierten Protein den Austausch der 506. Aminosäure Arginin durch Glutamin zur Folge (FV:Q506). Das so veränderte Faktor V-Genprodukt wird auch als Faktor-V-Leiden (FVL) bezeichnet. Da durch den beschriebenen Aminosäureaustausch die Bindungsstelle von Faktor V für das APC-Protein mutiert ist, kann die FVL-Variante nur noch unzureichend von APC gespalten und inaktiviert werden. Faktor V hat somit eine erhöhte Resistenz gegenüber dem aktivierten Protein C, was in einer Akkumulation des Faktors Va resultiert und demzufolge eine gesteigerte Gerinnungsneigung mit sich bringt. Dies führt letztendlich zu einem erhöhten Thromboserisiko.

Mit einer Prävalenz von etwa 1:20 für den heterozygoten Genotyp ist Faktor-V-Leiden der am weitesten verbreitete, erbliche Risikofaktor für venöse Thrombosen in der Normalbevölkerung. Die Mutation konnte bislang nur bei Kaukasiern, nicht aber bei Afrikanern und Asiaten nachgewiesen werden. Etwa 5% der Bevölkerung weist eine APC-Resistenz auf, bei Patienten mit eigener oder familiärer Anamnese für Thrombosen steigt dieser Wert auf 20-60%. Die Allel-Frequenz für die beschriebene Mutation liegt damit 10fach höher als bei anderen genetisch bedingten Risikofaktoren für Thrombosen wie Mangel an Protein C oder Antithrombin. Homozygote Merkmalsträger haben ein 50-100fach, heterozygote ein 5-10fach höheres Thromboserisiko. Durch die Kombination mit anderen Risiken steigt die Wahrscheinlichkeit, eine Thrombose zu erwerben, noch weiter an. So führt z.B. die Einnahme von oralen Kontrazeptiva zu einem etwa 5fach erhöhten Thromboembolie-Risiko, in Kombination mit einer heterozygoten Faktor V-Mutation erhöht sich das Risiko auf das 35fache.

Die Messung der APC-Resistenz ist ein wichtiger labordiagnostischer Parameter zur Erkennung funktionaler Störungen im Gerinnungssystem. Falsch-niedrige APC-Ratios durch hohe Faktor VIII-Aktivität oder durch niedriges freies Protein S stellen allerdings ein Problem dieser Diagnostik dar. Hier bietet sich die Genanalyse des Faktor V-Gens als Ergänzung an.

Prothrombin 20210A

Ende 1996 konnte ein weiterer hereditärer Faktor für ein erhöhtes Thromboserisiko entdeckt werden (Poort et. al., 1996). Es handelt sich um einen G®A Austausch an Position 20210 im 3'-nicht-translatierten, regulatorischen Bereich des Prothrombin-Gens, in dessen Folge es zu einer erhöhten Prothrombin-Aktivität im Plasma kommt. Prothrombin (Faktor II) ist die Vorstufe des aktiven Gerinnungsenzyms Thrombin (Faktor IIa), welches eine Schlüsselposition bei der Regulation der Gerinnung (u.a. bei der Überführung von Faktor V in Faktor Va) einnimmt. Neben dem erhöhten Risiko einer Thrombose wurde auch ein 4fach erhöhtes Herzinfarktrisiko gefunden. Nach ersten Ergebnissen weist die Variante in heterozygoter Form eine Prävalenz von 1-2% auf.

In einer Studie an über 100 Frauen mit venöser Thromboembolie konnte erstmals ein additiver Zusammenhang des Risikos bei Personen mit beiden Sequenzvarianten (FVL und Prothrombin 20210A) nachgewiesen werden (Gerhardt et al., 2000). Die Frequenz beider Polymorphismen betrug 9,3% in der Gruppe Betroffener gegenüber 0% in einer Kontrollgruppe. Das Risiko eine Thrombose zu bekommen steigt somit bei Trägerinnen beider Varianten disproportional gegenüber Trägerinnen nur einer der beiden Varianten. Das relative Risiko für Personen mit beiden Sequenzvarianten ist etwa 6fach höher gegenüber Nichtträgern.

MTHFR

Hyperhomocysteinämie bildet einen Risikofaktor für Herzkranzgefäß-Erkrankungen sowie venöse Thrombosen.

Der Metabolismus von Homocystein verläuft über zwei Stoffwechselwege. Genetische Defekte in den Genen der beteiligten Enzyme führen je nach Art der Mutation zu schweren oder eher milderen Formen der Hyperhomocysteinämie.

Einer der Stoffwechselwege beinhaltet das Enzym Methylentetrahydrofolat Reduktase (MTHFR), welches die Umsetzung von Homocystein zu Methionin katalysiert.

Ein weit verbreiteter Polymorphismus im MTHFR-Gen führt zu einer in vitro thermolabilen Variante des MTHFR-Enzyms. Diese Sequenzvariante besitzt nur etwa 50% der Aktivität des "Wildtyp-" Enzyms. Personen mit dieser thermolabilen Form haben infolgedessen höhere Plasmawerte für Homocystein.

Verantwortlich für die thermolabile Variante ist ein Basenaustausch in der kodierenden Region des MTHFR-Gens. An Position 677 findet sich bei der veränderten Form ein Basenaustausch von C (Cytosin) nach T (Thymidin). Dieser Austausch resultiert in der Aminosäuresequenz des Proteins in einem Wechsel von Alanin zu Valin.

Der Polymorphismus ist weitverbreitet. Etwa 40% der Bevölkerung sind homozygot für den Wildtyp (C677), 45% heterozygot (C677 und 677T) und 15% tragen homozygot die Sequenzvariante (667T).

In mehreren Untersuchungen wurde gezeigt, dass der homozygot veränderte Genotyp des MTHFR-Gens einen Risikofaktor für Herzkranzgefäß-Erkrankungen sowie venöse Thrombosen darstellt.

 

 

 
Methode
Auswertung
Infektion
ParodontosePlus
HPV-typing
HPV-screening
STD
Herpes simplex (Virus Typ 1 und 2)
CAP Viren
CAP Bakterien
CAP Resistenz
MRSA combi NEU!
Bordetella pertussis
ESBL
TB-Resistenz
Influenza-typing
Influenza-screening
Influenza-H5N1
Humangenetik
    Hämatologie
Faktor-V-Leiden, FV-HR2 und Prothrombin
  Faktor-V-Leiden, Prothrombin 20210A + MTHFR
  MTHFR
  Hereditäre Hämochromatose
    Immunologie
HLA-B*27 und CYP2D6*4
HLA-DRB1 Shared epitope
Zöliakie (HLA-DQ2 und DQ4)
Zöliakie (HLA-DQ2, DQ4 und DQ8)
IDDM
    Stoffwechsel
Apolipoprotein E+B
Osteoporose
Alpha-1-Antitrypsin
Laktose-Intoleranz
Fructoseintoleranz NEU!
    Pharmakogenetik
Zytochrom P450 CYP2C19
Zytochrom P450 CYP2C9
Glutathion-S-Transferase
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