Autoimmun Diagnostika GmbH AID-Autoimmun Diagnostika GmbH
 
english version POSITION : Kits >> PCR-Kits >> AID: HLA-DRB1 - Nomenklatur    SucheSitemapE-mailImpressum
Nomenklatur • Klinische Relevanz • Literatur     
 
HLA-DRB1 Shared epitope
QKRAA/QRRAA/RRRAA

RDB 2035

Das "Shared Epitope" - Ein neuer Rheuma-Wegweiser

Reverser Hybridisierungskit zur Bestimmung des "shared epitope" QKRAA/QRRAA/RRRAA in allen bekannten HLA-DRB1 Allelen; Unterscheidung zwischen homozygoten und heterozygoten Tr�gern


>> Aufbau und Methodik des Hybridisierungskits
>> Testauswertung und Beispiele f�r Typisierung
Nomenklatur und klinische Relevanz, Literatur


 


Hintergrund

Die Rheumatoide Arthritis (RA) oder chronische Polyarthritis ist mit 800000 Betroffenen die derzeit h�ufigste entz�ndliche Systemerkrankung der Gelenke in Deutschland. Der Verlauf der Erkrankung kann individuell sehr unterschiedlich sein. Insbesondere bei Patienten mit sehr schwerem Krankheitsverlauf ist eine fr�hzeitige und richtige Prognose dringend erforderlich, um den Therapieverlauf zu beeinflussen und m�gliche Sp�tsch�den zu vermeiden.

Hier er�ffnet der Nachweis unterschiedlicher Autoantik�rper und genetischer Marker bei RA-Patienten neue M�glichkeiten. Der bekannteste ist der Rheumafaktor (RF). Zu den neueren Methoden z�hlen Antik�rper gegen das "cyklische citrullinierte Peptid" ( Anti-CCP) und der Nachweis des so genannten "Shared Epitope" (SE).

Indikationen

  • Prognose des Krankheitsverlaufs bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis
  • Therapieoptimierung
  • Therapiewahl
  • famili�re H�ufigkeit bei RA
  • Erkennung von Patienten mit einer Antibiotika resistenten Form der Lyme-Arthritis

"Shared Epitope" - ein neuer prognostischer Marker

Durch eine Vielzahl von Studien ist belegt, dass eine genetische Disposition f�r die RA durch einige Allele der HLA-DR Region besteht (4-14). So ist die RA in nahezu allen untersuchten Bev�lkerungsgruppen assoziiert mit den HLA-DR4 Subtypen DRB1*0401, *0404, *0405 und *0408 (5). Auch einige Nicht-DR4 Allele sind in verschiedenen ethnischen Bev�lkerungsgruppen mit der RA assoziiert, so z.B. DRB1*0101, *0102 und DRB1*1001 bei Kaukasiern (5,6) und DRB1*1402 bei amerikanischen Ureinwohnern (5).

Alle RA-assoziierten HLA-DRB1 Allele kodieren in ihrer dritten hypervariablen Region an der Position 70-74 f�r die Aminos�uremotive QKRAA (*0401), QRRAA (*0404, *0405, *0408, *0101, *0102, *1402) oder RRRAA (*1001) (7), das so genannte "Rheumatoide Epitope" oder "Shared Epitope" (Aminos�ure-Einbuchstabencode: Q Glutamin, K Lysin, R Argenin, A Alanin). Etwa 80-90% aller kaukasischen RA-Patienten sind heterozygot oder homozygot f�r eines dieser HLA-DR-Shared Epitope Allele.

Wie die Entstehung der RA durch das "Shared Epitope" der HLA-DRB1 Allele gef�rdert wird, ist nicht bekannt. Einer Hypothese nach existiert das "Shared Epitope" auch in den Antigenen verschiedener Mikroorganismen, fungiert dort in einem bestimmten Kontext als Epitope f�r das Immunsystem und f�hrt im Laufe einer Immunantwort schlie�lich zu einer Durchbrechung der Toleranz ("molecular mimikry" Hypothese, 8).

Untersuchungen zeigen, dass neben dem erh�hten Risiko an der RA zu erkranken das Vorhandensein des "Shared Epitope" auch als prognostischer Marker f�r den Verlauf und die Schwere der Erkrankung dienen kann (9-15). Dar�ber hinaus wurde in zahlreichen Studien ein Gendosis-Effekt nachgewiesen. Patienten, bei denen beide HLA-DRB1 Allele das "Shared Epitope" tragen, haben h�ufig einen schwereren Krankheitsverlauf, als solche mit nur einem SE-Allel. Insbesondere die HLA-DR4 "Shared Epitope" positiven Allele sind pr�diktiv f�r eine progressive und destruktive Verlaufsform der RA (vgl. Tabelle).





zum Seitenanfang
HLA-DRB1 Allele:
Allel 1

Allel 2
RA: Schweregrad der
Gelenkerkrankung
RA: Auftreten einer
Vaskulitis
DRB1*04-QKRAA DRB1*04-QKRAA +++ +++
DRB1*04-QKRAA DRB1*04-QRRAA ++ +
DRB1*04-QRRAA DRB1*04-QRRAA ++ +
DRB1*04-QKRAA DRB1*01-QRRAA ++ -
DRB1*04-QRRAA DRB1*01-QRRAA ++ -
DRB1*04-QKRAA kein SE + +
DRB1*04-QRRAA kein SE + -
DRB1*01-QRRAA DRB1*01-QRRAA + -
DRB1*01-QRRAA kein SE + -
kein SE kein SE - -
zum Seitenanfang


Therapieoptimierung durch das "Shared Epitope"

Neueste Studien haben gezeigt, dass das Vorhandensein des "Shared Epitope" und die genaue Diagnose auf welchem HLA-Subtyp sich das "Shared Epitope" befindet, eine Aussage �ber die Therapierbarkeit des Patienten und damit �ber die Wahl des Medikaments erm�glicht (13, 16).

So sprechen Patienten mit 2 Kopien (homozygoter Genotyp) des HLA-DR4 "Shared Epitope" schlechter auf das Medikament Methotrexat an als Patienten mit nur 1 Kopie (heterozygotem Genotyp) oder ohne ein "Shared Epitope" (13). Bei diesen Patienten mit generell 2 f�r das "Shared Epitope" codierenden Allele stellt sich eher ein Therapieerfolg durch die Gabe von Etanercept (o.�. Medikamenten) oder eine Kombination verschiedener Medikamente ein.



 
Diese Ergebnisse von Criswell und Mitarbeitern zeigen, dass RA-Patienten, die 2 Kopien des SE tragen, wesentlich besser auf eine Behandlung mit Etanercept als mit Methotrexat ansprechen (76% versus 48%).
 



Lyme-Arthritis und das "Shared Epitope"

Eine Infektion mit Borrelia burgdorferi verursacht h�ufig Lyme-Arthritis. Bei etwa 10% der Betroffenen persisiert die Arthritis auch nach der Behandlung mit Antibiotika und dem Abklingen der Infektion. Tr�ger des "Shared Epitope" QKRAA auf Allelen der HLA-DRB1*04 (DR4)-Gruppe sind pr�disponiert f�r diese Antibiotika resistente Form der Lyme-Arthritis.

zum Seitenanfang

Nomenklatur der HLA-DR Allele

Bei den MHC-Klasse II handelt es sich um Zelloberfl�chen-molek�le, die eine essentielle Funktion bei der immunologischen Erkennung durch T-Helferzellen wahrnehmen. Kodiert werden sie durch die Gene HLA-DR, -DQ und -DP. Jedes MHC Molek�l besteht aus einer a- und einer b-Kette. Im Falle des DR-Molek�ls werden die beiden Ketten von den Genen HLA-DRA und HLA-DRB1 kodiert, von denen nur DRB1 polymorph ist, d.h. nur von diesem Gen existieren in einer Population eine Vielzahl unterschiedlicher Allele. Dar�ber hinaus besitzt jedes Individuum zwei DRB1-Allele, von jedem Elternteil eines.

Die serologische Typisierung der DR-Allele f�hrte zur Unterscheidung von 10 verschiedenen Klassen, HLA-DR1 bis -DR10. Molekulargenetische Typisierungen zeigten, dass sich diese Klassen weiter aufspalten lassen; so wurde z.B. DR2 in DR15 und DR16 geteilt. Innerhalb dieser Klassen lassen sich eine Vielzahl von Subtypen unterscheiden. Von DR4 sind bis dato 50 Subtypen beschrieben und werden als HLA-DRB1*0401 bis *0450 bezeichnet (1,2).




zum Seitenanfang

Literatur

  1. Marsh SGE (1998)
    HLA class II Region Sequences
    Tissue Antigens 51: 467-507

  2. Marsh SGE (1999)
    Nomenclature for Factors of the HLA Systemmonatliche updates in Tissue Antigens

  3. Harris EDJ (1990)
    Rheumatoid Arthritis: Pathophysiology and Implications for Therapy
    N Engl J Med 322: 1277-1289

  4. Stastny P (1978)
    Association of the B-cell Alloantigen DRw4 with Rheumatoid Arthritis
    N Engl J Med 298: 869-871

  5. Reveille JD (1998)
    The Genetic Contribution to the Pathogenesis of Rheumatoid Arthritis
    Curr Opin Rheumatol 10: 187-200

  6. Weyand CM, Goronzy JJ (1995)
    Inherited and Noninherited Risk Factors in Rheumatoid Arthritis
    Curr Opin in Rheumatol 7: 206-213

  7. Auger I, Roudier J (1997)
    Influence of the QKRAA/QRRAA/RRRAA Motifs of the Third Hypervariable Region of HLA-DRB1 in the Development of Rheumatoid Arthritis
    J Rheumatol 24: 227-228

  8. Albani S, Carson DA (1996)
    A Multistep Molecular Mimicry Hypothesis for the Pathogenesis of Rheumatoid Arthritis
    Immunol Today 17: 466-470

  9. Wagner U et al. (1997)
    HLA Markers and Prediction of Clinical Course and outcome in Rheumatoid Arthritis
    Arthritis and Rheumatism 40: 341-351

  10. Stavropoulos C et al. (1997)
    HLA-DRB1 Allels in Greek Rheumatoid Arthritis Patients and their Association with Clinical Characteristics
    Eur J Immunogenet 24: 265-274

  11. Nepom GT, Gersuk V, Nepom BS (1996)
    Prognostic Implications of HLA Genotyping in the Early Assessment of Patients with Rheumatoid Arthritis
    J Rheumatol Suppl 44: 5-9

  12. Perdriger A et al. (1997)
    Role of HLA-DR-DR and DR-DQ Associations in the Expression of Extraarticular Manifestations and Rheumatoid Factor in Rheumatoid Arthritis
    J Rheumatol 24: 1272-1276

  13. O�Dell JR et al. (1998)
    HLA-DRB1 Typing in Rheumatoid Arthritis: Predicting Response to Specific Treatments
    Ann Rheum Dis 57: 209-213

  14. Valenzuela A et al. (1999)
    Association of HLA Shared Epitope with Joint Damage Progression in Rheumatoid Arthritis
    Hum Immunol 60: 250-254

  15. Meyer JM et al. (1999)
    HLA-DRB1 Genotype Influences Risk for and Severity of Rheumatoid Arthritis
    J Rheumatol 26: 1024-1034

  16. Criswell  et al. (2004)
    The Influence of Genetic Variation in the HLA-DRB1 and LTA-TNF Regions on the Response to Treatment of Early Rheumatoid Arthritis with Methotrexate or Etanercept
    Arthritis & Rheumatism Vol.50, No.9: 2750-2756




>> Aufbau und Methodik des Hybridisierungskits
>> Testauswertung unf Beispiele f�r Typisierung
zum Seitenanfang
Methode
Auswertung
Infektion
ParodontosePlus
HPV-typing
HPV-screening
STD
Herpes simplex (Virus Typ 1 und 2)
CAP Viren
CAP Bakterien
CAP Resistenz
MRSA combi NEU!
Bordetella pertussis
ESBL
TB-Resistenz
Influenza-typing
Influenza-screening
Influenza-H5N1
Humangenetik
    Hämatologie
Faktor-V-Leiden, FV-HR2 und Prothrombin
  Faktor-V-Leiden, Prothrombin 20210A + MTHFR
  MTHFR
  Hereditäre Hämochromatose
    Immunologie
HLA-B*27 und CYP2D6*4
HLA-DRB1 Shared epitope
Zöliakie (HLA-DQ2 und DQ4)
Zöliakie (HLA-DQ2, DQ4 und DQ8)
IDDM
    Stoffwechsel
Apolipoprotein E+B
Osteoporose
Alpha-1-Antitrypsin
Laktose-Intoleranz
Fructoseintoleranz NEU!
    Pharmakogenetik
Zytochrom P450 CYP2C19
Zytochrom P450 CYP2C9
Glutathion-S-Transferase
english version

Firma | Geräte | Kits | Referenzen | Service | Kontakt | Suche | Sitemap | E-mail | Impressum | Home

AID GmbH
Ebinger Strasse 4
D-72479 Straßberg


SucheSitemapE-mailImpressum