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Apolipoprotein
E und B (ApoE und ApoB)
Risikoallele für familiäre Hyperlipoproteinämien
und Arteriosklerose
RDB2050
Bestimmung der Allele ε2, ε3 und ε4 im Gen für Apolipoprotein
E und der Arg3500Gln-Mutation im Gen für Apolipoprotein B
Download ApoE und ApoB Produktinformation! (.pdf)
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Die Isoformen von Apolipoprotein E
(ApoE)
ApoE ist ein Serumprotein und ist beteiligt am Transport,
an der Ablagerung und
dem Metabolismus von Cholesterin. Vom ApoE-Gen gibt es drei häufiger
vorkommende Allele, ε2, ε3 und ε4, welche für die Protein-Isoformen
ApoE2, -E3 und -E4 codieren. Die drei Isoformen unterscheiden sich an zwei
Stellen ("site" A
und "site" B) in ihrer Aminosäuresequenz. An den Stellen "sites" A/B
enthalten E2, E3 und E4 die Aminosäuren Cystein/Cystein, Cystein/Arginin
bzw. Arginin/Arginin (1). Das ε3 Allel ist am häufigsten verbreitet.
In der Kaukasischen Bevölkerung tragen ungefähr 95% wenigstens
ein
ε3, 27% ein ε4 und 16% ein ε2 Allel (2).
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Das Risikoallel ApoE-ε4
beim Morbus Alzheimer
Der Morbus Alzheimer ist die häufigste Ursache für Altersdemenz (3).
Nach dem Zeitpunkt ihres Ausbrechens wird die Erkrankung eingeteilt in eine frühe
und eine späte Form. Bei beiden Formen gibt es eine starke genetische Komponente.
Bis dato wurden drei Gene beschrieben, welche in mutierter Form an der Entstehung
des frühen Morbus Alzheimer beteiligt sind (4). Für die spät ausbrechende
Form wurde bisher nur ein Gen beschrieben, welches in einer bestimmten Ausprägung
die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung erhöht: das Gen für Apolipoprotein
E.
1993 wurde zum ersten Mal eine Assoziation des Allels ApoE-ε4 mit der
späten
Form von Morbus Alzheimer publiziert (5), und seitdem in zahlreichen Studien
bestätigt (6-8). So tragen 65% der pathologisch bestätigten Alzheimer
Patienten wenigsten ein ε4 Allel (7) und 12-15% sind homozygot für ε4
im Vergleich zu etwa 1-3% homozygoten unter gesunden Kontrollpersonen (4).
Auf welche
Weise ApoE4 zur Pathogenese von Morbus Alzheimer beiträgt wird zurzeit
intensiv erforscht. Das ApoE-ε4 Genprodukt soll an der Bildung und Ablagerung
von senilen
Plaques aus β-Amyloid und degenerierten Nervenzellen beteiligt sein
(4).
Im Gegensatz zu den Genen der frühen Form, determiniert das Vorhandensein
eines ApoE-ε4 Allels nicht die Erkrankung, sondern fungiert insbesondere in
homozygot ε4 Individuen als ein Risikofaktor. Die ε4 Allele erhöhen das
Risiko in einem bestimmten Alter an Morbus Alzheimer zu erkranken. Der ApoE-Genotyp
sagt dabei in erster Linie aus, ob eine Prädisposition vorliegt (6). Nach
Seshadri et al. 1995 (9) liegt das Risiko an Alzheimer zu erkranken ab dem Alter
von 65 Jahren im Durchschnitt bei 15%. Dieses erhöht sich bei Trägern
eines ε4 Allels auf 30% und beträgt bei Individuen ohne ε4 Allel nur noch
bei 9%. Dabei ist auch ein Gendosiseffekt zu beobachten. Jedes vorhandene ε4
Allel senkt das statistisch wahrscheinliche Alter, bei dem die Erkrankung erstmalig
auftritt, um 4 bis 5 Jahre (10).
Für sich alleine genommen ist ApoE-ε4 weder ausreichend noch notwendig
für die’ Entwicklung eines Morbus Alzheimer. Aus diesem Grund wurde von verschiedenen
Gremien davon abgeraten eine Typisierung nur zum Zwecke der Vorhersage einer
Erkrankungs-Wahrscheinlichkeit durchzuführen (11). Eine ApoE Genotypisierung
kann hingegen die Spezifität der klinischen Diagnose von Alzheimer erhöhen
(7) und dazu beitragen die Rate an falsch positiven Diagnosen zu reduzieren.
Die Genotypisierung sollte daher nur bei Patienten durchgeführt werden,
welche die klinischen Kriterien für eine Alzheimer´sche Erkrankung
erfüllen.
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Hyperlipoproteinämien
Low-Density-Lipoproteine (LDL) sind die Haupttransportformen
für Cholesterin; überschüssige
LDL-Partikel werden in den Leberzellen abgebaut. Kommt es krankheitsbedingt zu
erhöhten LDL-Konzentrationen im Blut so spricht man
von Hyperlipoproteinämien, welche in die Typen I – V eingeteilt
werden.
Bei den Hyperlipoproteinämien Typ IIa und III können die LDL-Partikel
aufgrund modifizierter Liganden nicht mehr an die Rezeptoren der Leberzellen
binden und verursachen so erhöhte Cholesterinwerte.
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Das Risikoallel ApoE-ε2 bei Hyperlipoproteinämie
Typ III
Hyperlipoproteinämie Typ III ist eine genetische Erkrankung, bei der es
infolge einer beeinträchtigten Reinigung des Blutes von Lipoprotein-Restpartikeln
(Remnants) zu erhöhten Plasmawerten für Triglyceride und Cholesterin
kommt. Die Folge sind schon früh auftretende Herz- und Kreislauferkrankungen
(12).
ApoE ist Bestandteil verschiedener Lipoproteine. Durch spezifische Interaktionen
mit dem LDL-Rezeptor ist das Protein am Abbau der Remnants in der Leber beteiligt.
Die Proteinisoform ApoE2 hat dabei eine erniedrigte Affinität für den
LDL-Rezeptor (1). Hyperlipoproteinämie ist in den meisten Fällen assoziiert
mit dem Risikoallel ApoE-e2. Einer neueren Studie zufolge sind 94,4% der Patienten
homozygot für ε2 (13). Umgekehrt entwickeln hingegen nur etwa 2% der ApoE-ε2
homozygoten Personen den klinischen Phenotyp einer Hyperlipoproteinämie
Typ III (14). Es wird daher angenommen, dass weitere genetische Faktoren oder
Umweltfaktoren an der Entstehung der Erkrankung beteiligt sind.
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Apolipoprotein B-100 Punktmutation
als genetische Prädisposition für Hyperlipoproteinämie
Typ II a und Arteriosklerose
Das Apolipoprotein B-100 (ApoB-100) ist neben Apolipoprotein
E einer der Liganden auf den LDL-Partikeln für die LDL-Rezeptoren
der Leberzellen. Bei intaktem LDL-Ligand bindet das LDL-Partikel
an die LDL-Rezeptoren der Leberzellen und das Cholesterin wird
dem Stoffwechsel zugeführt. Bei Vorliegen der ApoB-100 Mutation
werden die überschüssigen vom Körper nicht zu verwertenden
LDL-Partikel jedoch anderweitig, vor allem den Makrophagen abgebaut,
was zu einem erhöhten Cholesterinspiegel führt. Diese
Fettstoffwechselstörung ist als besonders gefährlich
bezüglich der Entwicklung einer Arteriosklerose einzustufen.
Es sind drei Mutationen bekannt, die in Verbindung mit einem veränderten
ApoB-100-Liganden stehen: Arg3500Gln (Aminosäureaustausch von Arginin
zu Glutamin an Position 3500), Arg3531Cys (Aminosäureaustasch von Arginin
zu Cystein an Position 3531) und Arg3500Trp (Aminosäureaustasch von Arginin
zu Tryptophan an Position 3500).
Jedoch resultieren nur bei der Arg3500Gln-Mutation signifikant veränderte
Blutwerte. Daher wird diese Mutation als wichtigster prädisponierender
Faktor angesehen (15). Ursache der Arg3500Gln-Mutation ist ein Nukleotidaustausch
von Guanin zu Adenin an Position 10708 im ApoB-Gen, was den oben genannten
Aminosäureaustausch zur Folge hat. Mit Hilfe der genetischen Analyse ist
der Nachweis der zugrunde liegenden Mutation vor Eintreten von Symptomen möglich.
Die klinische Diagnose verlangt bereits vorhandene Krankheitszeichen für
die Erkennung dieser Stoffwechselstörung (18). Bei den Betroffenen sind
aufgrund der Mutation die Cholesterin-, LDL-Cholesterin- und ApoB-Werte des
Blutes stark erhöht.
Die Häufigkeit der Mutation wird international mit 1:100
bei Patienten mit schweren Fettstoffwechselstörungen angegeben
(16). Der Anteil an der kaukasischen Gesamtbevölkerung beträgt
1:500 – 1:700. Die Häufigkeit ist für heterozygote
Merkmalsträger angegeben, da homozygotes Vorkommen extrem
selten ist (17).
Zur Behandlung der Erkrankung wird an erster Stelle empfohlen, die Ernährungsgewohnheiten
umzustellen, unter Umständen sogar eine strenge Diät einzuhalten,
wenn nötig kombiniert mit einer Gewichtsabnahme.
Sollte eine Umstellung nicht zu einer Senkung des Cholesterin-Wertes führen,
so sind zusätzliche medikamentöse Maßnahmen angezeigt
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Methodik
Der vorliegende Kit
der Firma AID GmbH, Stra�berg, beinhaltet reverse Hybridisierungsblots
f�r den Nachweis der Allele ε2, ε3 und ε4 des humanen Apolipoprotein E (ApoE)
-Gens. Mit aus Vollblut isolierter DNA werden zwei Polymerasekettenreaktionen
(PCR) durchgef�hrt und die amplifizierten Fragmente des Apolipoprotein E Gens
in einer Hybridisierungsreaktion mit sequenzspezifischen Oligonukleotiden (SSOP-PCR)
charakterisiert. Die Risikoallele ε2 und ε4 k�nnen dabei wahlweise gemeinsam
oder auch getrennt voneinander ermittelt werden.
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Literatur:
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