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CAP Viren

RDB 2140

Nachweis und Differenzierung der viralen Erreger Influenza Virus A + B, Parainfluenza Virus 1 – 3, Respiratory Syncytial Virus und Adenoviren in einer Multiplex- PCR>

 

 

Hintergrund

Als ambulant erworbene Pneumonie (AEP) bzw. Community Acquired Pneumonia (CAP) bezeichnet man jede Lungenentzündungen eines nicht abwehrgeschwächten (immunkompetenten) Patienten, deren Erreger im privaten oder beruflichen Umfeld erworben wurde. Auch Pneumonien, die innerhalb der ersten 2 Tage eines Krankenhausaufenthaltes erstmals diagnostiziert werden, zählt man zu CAP (nach Huntemann/Lorenz, CAP Netz).

Dies ist eine klare Abgrenzung zu der nosokominalen Pneumonie (Hospital Acquired Pneumonia). Nach Definition der CDC (Center of Disease Control, Atlanta, USA) wird eine Pneumonie dann als nosokominal definiert, wenn sie 48 Stunden nach Aufnahme in das Krankenhaus begonnen hat.

Obwohl für die Mehrzahl von ambulant erworbener Pneumonie Bakterien verantwortlich sind, kann in 10-25 % der Fälle auch ein Virus nachgewiesen werden. Neben Influenza Virus A und B und Parainfluenza 1-3 spielen auch Respiratory Syncytial Viren (RSV) und Adenoviren eine große Rolle.

Insbesondere bei älteren Menschen und kleinen Kindern können diese Viren neben Lungenentzündungen zu weiteren schweren Erkrankungen wie Krupp, Bronchitis und Bronchiolitis führen. Die Infektion erfolgt über Tröpfchen, die beim Husten und Schnäuzen ausgesprüht werden oder direkt über kontaminierte Hände. Für die meisten viralen Erkältungskrankheiten gilt, dass eine Immunität gegenüber einer Reinfektion im Allgemeinen sehr kurzlebig ist. Dies ist auf die Unbeständigkeit der Immunantwort und die antigenetische Vielfalt bzw. Drifts der meisten Viren zurück zuführen.

Diagnostik

Der AID CAP Viren Kit ermöglicht den Nachweis der häufigsten viralen Erreger von Atemwegserkrankungen in einer Multiplex-PCR.

Die anschließende Differenzierung der einzelnen Erreger erfolgt durch die Hybridisierung auf den Teststreifen.

CAPVir Teststreifen

 
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Vorteile:       

  • Nachweis aller 5 Erreger mittels einer Multiplex-PCR
  • Testergebnis bereits nach 5 Stunden
  • Automatisierbar
  • Amplifikations-, Konjugat-, und Spezifitätskontrolle
  • Untersuchungsmaterial: Rachen- oder Nasopharyngal-Abstrich,       Bronchiallavage oder Sputum
 

 

Die häufigsten viralen CAP Erreger

 

Influenza Virus

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  • zur Familie der Orthoparamyxoviren gehörendes RNA-Virus  
  • Unterteilung in 3 Typen A, B und C, weitere Subtypisierung anhand seiner Oberflächenproteine Hämagglutinin und Neuraminidase, z.B. H1N1 oder H3N2
  • Übertragung durch Tröpfcheninfektion
  • Influenza A Viren verursachen bei Mensch und Tier zumeist Grippe
  • Influenza B und C führt beim Menschen zu sporadischen Erkrankungen
  • Infleunza tritt verstärkt in Wintermonaten auf
  • Schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle bei Patienten über 65 Jahren
  • Inkubationszeit: 18-72 Stunden
  • Virusfreisetzung kurz vor Auftreten der Erkrankung; Dauer: 5-10 Tage
 

In Regionen mit enger Kohabitation von Mensch und Tier können Koinfektionen mit verschiedenen Virussubtypen zu einem Reassortment von Genomsegmenten und somit zur Entstehung von neuen Subtypen mit veränderter Virulenz für Mensch oder Tier führen. Die Influenza Pandemie von 1918, die weltweit Millionen von Toten forderte, ist vermutlich von Schweinen ausgegangen. Auch der Vogelgrippesubtyp H5N1, der sich von Asien über Russland nach Europa ausgebreitet hat, ist auf Menschen übertragbar und hat bereits Todesopfer verursacht. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Internetseite des Robert Koch Instituts http://www.rki.de.

 

Parainfluenza Virus

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  • zur Familie der Paramyxoviridae gehörendes RNA-Virus
  • 4 humanpathogene Serotypen
  • befallen die meisten Menschen bereits in der Kindheit
  • 90%-100% der Kinder ab 5 Jahren besitzen Antikörper gegen PIV3 und ca. 75% gegen PIV 1 und 2
  • sind verantwortlich für 30 bis 40% aller akuten Atemwegsinfektionen bei kleinen Kindern mit unterschiedlichen Schweregraden: Pharyngitis, Rhinitis, Bronchitis, Bronchiolitis, Pseudokrupp (v.a. Typ 1), Pneumonien (v.a. Typ 3)
  • verursachen aber auch wiederkehrenden Infektionen im Erwachsenenalter, insbesondere bei älteren Menschen und Immunsupprimierten
  • PIV4 wird nur selten nachgewiesen
  • PIV1 und 2 führen vor allem im Herbst zu Atemwegserkrankungen, PIV3 vor allem im Frühling und in den ersten Sommermonaten
 

Respiratory Syncytial Virus (RSV)

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  • gehört wie Parainfluenzavirus zu den Paramyxoviridae und besitzt ein RNA-Genom
  • Einteilung in Subtypen A und B
  • befallen die meisten Menschen bereits in der Kindheit
  • häufigste Ursache von Bronchiolitis und Lungenentzündung bei Säuglingen und Kindern unter einem Jahr. Bis zum Ende des zweiten Lebensjahres hat fast jedes Kind mindestens eine Infektion mit RSV durchgemacht.
  • häufig Reinfektionen, kann besonders für immunsupprimierte Patienten und ältere Menschen gefährlich sein
  • hächste Inzidenzraten in den kalten Monaten des Jahres (November bis April)
  • das behüllte Virus bleibt in der Umwelt nur wenige Stunden infektiös und kann leicht mit Desinfektionsmittel inaktiviert werden
 

Adenoviren

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  • gehören zu der Familie der DNA-Viren ohne Hüllmembran
  • 49 bekannten Subtypen, die ein Spektrum von verschiedenen Krankheiten hervorrufen
  • Serotypen 4 und 7 sind verantwortlich für akute Atemwegserkrankungen von Erkältungen über Lungenentzündung (Typ7), Krupp (Typ5 und Bronchitis (Typen 3, 4, 7, 21)
  • 50% der Adenovirusinfektionen verlaufen subklinisch
  • sind verantwortlich für 10% aller Infektionen der unteren Atemwege bei Kindern
  • übertragung durch Tröpfchen- und Schmierinfektionen
  • Hohe Viruslast im Sputum und eine niedrige infektiöse Dosis (5 Virionen/Tröpfchen genügen) sind die Ursache für eine hohe Ansteckungsgefahr
  • Die Viren sind robust und können längere Perioden ausserhalb des Wirts überleben.
 

Einen guten Überblick über die aktuellen Ereignisse im Bereich Atemwegsinfektion in Deutschland gibt die Homepage des Forschungsnetz für Atemwegsinfektionen bei Kindern (www.pid-ari.net).

 

 
Literatur

Huntemann, Lorenz
Übersichtsartikel zu CAP
http://www.capnetz.de/html/pneumonie

Kelly J. Henrickson, 2004
Advances in the Laboratory Diagnosis of Viral Respiratory Disease
Pediatr. Infect. Dis. J. 23: 6-10

J. Garbino, M. W. Gerbase, W. Wunderli, C. Deffernez, Y. Thomas, T. Rochat, B. Ninet, J. Schrenzel, S. Yerly, L. Perrin, P. M. Soccal, L. Nicod and L. Kaiser, 2004 Lower Respiratory Viral Illnesses
Improved Diagnosis by Molecular Methods and Clinical Impact
American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine Vol 170. pp. 1197-1203

Respiratory Viral Diseases
The Merck Manual of Diagnosis and Therapy
Section 13. Infectious Diseases, Chapter 162. Viral Diseases and Therapy

Jason W. Chien, MD; John L. Johnson, MD, 2000
Viral pneumonias: Epidemic respiratory viruses
Postgraduate Medicine Vol 107 No 3
http://www.postgradmed.com/index.php?art=pgm_03_2000?article=941

 
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