ANA/AMA-Immunoblot
zur Detektion antinukleärer und antimitochondrialer Antikörper
Hier sehen Sie einen ANA/AMA-Blot, der mit dem ScanningSystem
von AID eingescannt und bewertet wurde.
 |
Bitte klicken
Sie auf das Bild, um eine
größere Darstellung zu sehen. |
ANA/AMA
Cut off: Standardeinstellung 15 %, bei Bedarf frei wählbar.
Folgende Antikörper sind nachweisbar:
Für weitere Informationen klicken
Sie bitte auf die Bezeichnungen.
|
 |
Bemerkungen:
Das Antigen auf dem ANA/ AMA Immunoblot ist ein nukleärer Extrakt
von HEp 2 Zellen (angereichert mit cytoplasmatischen Proteinen). Dadurch
können immer (unspezifische oder nicht charakterisierten Banden erscheinen.
Ein Vorteil dieses Immunoblots liegt in der Bestätigung von Immunfluoreszenzmuster
(außer ENA).
Nur ca. 25 %-30% dieser Fluoreszenzmuster sind ENA´s, die anderen
70% sind nicht näher charakterisierte Banden.
|
 |
Aussagekraft:
Die serologische Charakterisierung von Autoimmunerkrankungen erfolgt
durch den Nachweis unterschiedlicher Autoantikörper oder typischer
Autoantikörper-Profile.Die Mehrheit dieser Antikörper richtet sich
gegen nukleäre und cytoplasmatische Antigene der Mitochondrien und
Mikrosomen. Mit den Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises sind
vorwiegend Anti-Nukleäre Antikörper (ANA) assoziiert. Einige dieser
ANAs sind krankheitsspezifisch und werden als diagnostische
Marker benutzt. Dazu gehören Antikörper gegen:
· Doppelstrang-DNS (ds-DNS) und das Sm-Antigen beim
systemischen Lupus
· Topoisomerase-I bei der diffusen Sklerodermie
· Centromere (ACA) beim CREST
· Histidyl-tRNA-Synthase (Jo-1) bei der Polymyositis
· PM-Scl bei der Überlappung zwischen Polymyositis
und der Sklerodermie
Anti-mitochondriale Antikörper (AMA) des Anti-M2 Typs reagieren mit
den Proteinen des -Ketosäure-Deshydrogenase Komplexes der Mitochondrien.
Klinische Interpretation und Bemerkungen zu den extrahierbaren nukleären
Antigenen (ENA´s) die auf dem Immunoblot erkannt werden.>
|
 |
Anti-AMA
(M2)
Der Nachweis von Anti-AMA M2 hat eine hohe klinische Sensitivität
und Spezifität von 97 %.
Klinisch ist der Nachweis von Mitochondrialen Antikörpern des M2-Typs
induziert zur:
· Diagnostik der primären billiären Zirrhose (PBC)
und
· Differentialdiagnostik der chronischen aktiven
Hepatitis (CAH)
Bemerkungen:
Im Immunoblot werden Anti-AMA (M2) als Bande bei 74 kD dargestellt.
Eine weitere Bande kann gelegentlich bei 54 kD, nahe Jo-1, beobachtet
werden.
Die weitere Charakterisierung mitochondrialer M2-Epitope kann mit
dem Leber Immunoblot (Bestellnr. IB 150) erfolgen. |
 |
|
|
ACA
(anti Centromer)
Klinisch sind ACA beim CREST-Syndrom und evtl. bei der Sklerodermie
relevant.
Bemerkungen:
Von den zwei ACA-Banden (17 kD und 80 kD) ist oft nur die 17 kD zu
erkennen. Sie ist sehr nahe an der Sm-D Bande lokalisiert. |
 |
|
|
Histone
Anti Histon (H1) Antikörper werden als eine Bande bei 40 kD dargestellt.
Klinisch können Histon Antikörper mit folgenden Erkrankungen assoziiert
sein:
· Medikamenteninduzierter LE
· Systemischer Lupus erythematodes (SLE)
· Seropositive rheumatoide Arthritis
· ANA-positive progressive systemische Sklerodermie
Bemerkungen:
Unspezifischer Marker für Autoimmunerkrankungen |
 |
|
|
Jo-1
Jo-1 Antikörper stellen sich als Bande bei 55 kD dar.
Der Nachweis von Jo-1 Antikörper ist klinisch ein hochspezifischer
Marker für die Dermatomyositis oder Polymyositis.
Bemerkungen:
Auch schwache Banden sind für die Diagnose relevant.
|
 |
|
|
Ku
Anti-Ku Antikörper werden im Immunoblot als eine Bande bei 86 kD dargestellt.
Eine Bande bei 76 kD kann zusätzlich auftreten.
Bemerkungen :
Die Häufigkeit von Ku-Antikörpern liegt bei etwa 15 % der Sklerodermie
bzw. Sklerodermie/Polymyositis Overlap Syndrom.
In der Nähe von Ku 86 liegen unspezifische Banden.
Treten beide Ku Banden auf ist der Nachweis von Anti Ku Antikörpern
sicher gegeben. |
 |
|
|
NuMA
Anti NuMA Antikörper werden im Immunoblot als eine Bande bei 250 kD
dargestellt. NuMA Antikörper werden sehr selten gefunden.
Sie werden bei Patienten mit Sjögren Syndrom, rheumatoide Arthritis,
Kollagenosen und Sklerodermie beobachtet.
Bemerkungen:
Die NuMA Bande stellt sich aufgrund Ihres Molekulargewichtes als breite
verzogene Bande dar, die je nach Charge unterschiedliche Morphologie
aufweisen kann. |
 |
|
|
PmScl
PmScl ist ein Komplex aus 10 nukleolären Antigenen. Eines der wichtigsten
Markerproteine hat ein Molekulargewicht von 30 kD.
PmScl Antikörper sind ein seltener, jedoch hochspezifischer Marker
für das Sklerodermie /Polymyositis Overlap-Syndrom.
Bemerkungen:
Die im Blot charakterisierte 30 kD Bande ist das Hauptepitop, jedoch
nur eine von ca. 10 PmScl-Banden ( abgebildet in unserer Packungsbeilage).
Auf gleicher Höhe wie die PmScl liegt die SmB´-Bande. Der Scanner
kann nicht zwischen beiden differenzieren. Bitte beachten Sie folgende
Interpretationshilfe:
Treten 2 Banden auf (z.B. SmB und SmB´oder SmB und PmScl) ist es immer
SM B, SmB´.
Tritt nur eine Bande SmB´oder PmScl ist es immer PmScl. |
 |
|
|
U-1
RNP (70 kD)
Antikörper gegen U-1 RNP werden stets als Dreifach-Bande dargestellt
(charakteristisches Triplett, auch auf unserem Markerstreifen sichtbar).
Beim alleinigen Auftreten (Ohne Sm) sind Antikörper gegen U-1 RNP
ein pathognomischer Marker für die Mischkollagenosen (MCTD) mit hoher
klinischer Sensitivität von 95 % bis 100 %.
Bemerkungen:
Bei der Scannerinterpretation können Probleme beim Erkennen des Tripletts
auftreten. Deutlich sichtbares Triplett kann vom Scanner nicht vollkommern
erkannt werden, er wertet dann nur eine oder zwei Banden aus. Das
Problem tritt vor allem bei erhöhter Hintergrundsfärbung auf.
Nahe dem RNP-Triplett befindet sich eine unspezifische Bande (heat
shock Proteine). |
 |
|
|
RNP
a und c (33 kD und 22 kD)
Treten als breite Banden bei 22 kD und 33 kD auf.
Isoliertes Auftreten dieser Banden weist auf einen SLE hin und ist
indikativ für eine bestehende oder sich entwickelnde Lupusnephritis.
Erscheinen sie jedoch in Kombination mit dem 70 kD RNP-Triplett, so
gelten sie als Hinweise für SLE oder Mischkollagenosen (MCTD).
Das Auftreten von RNP 33 kD und 22 kD sowie Sm sind ein wichtiger
Hinweis auf eine bestehende Lupusnephritis (schwerwiegende Komplikation
beim SLE).
Bemerkungen:
Nahe der 33 kD Bande existiert eine unspezifische Bande. |
 |
|
|
Rib-P
(rRNP)
Rib-P Antikörper werden im Blot als Bande bei 38 kD dargestellt. Selten
können Antikörper bei 19 und 18 kD gefunden werden.
Klinisch sind diese Antikörper symptomatisch für eine psychotische
Beteiligung beim SLE.
Bemerkungen: keine |
 |
|
|
Scl
70
Scl 70 Antikörper werden im Blot als eine Bande (manchmal als feine
Doppelbande) bei 100 kD dargestellt.
Scl 70 Antikörper sind hochspezifische Marker für progressive systemische
Sklerose (PSS). Seltener treten diese Antikörper bei Patienten mit
zirkumscripter oder linearer Sklerodermie auf.
Bemerkungen:
Nahe der Scl 70 Bande liegt eine weitere Bande, die in der Immunfluoreszenz
ein nukleoläres Muster zeigt. |
 |
|
|
Sm
Besteht aus drei Proteinen SmB (29 kD), SmB (28 kD), SmD (19
kD).
Im Blot muß bei 28 und 29 kD eine Doppelbande für den Komplex aus
SmBB sichtbar werden, damit das Ergebnis als positiv gewertet
werden kann.
Sm ist ein typischer Marker für den SLE, in seltenen Fällen kommen
diese Antikörper auch bei der rheumatoiden Arthritis vor.
Bemerkungen:
Der Scanner kann nicht zwischen PmScl und Sm B´unterscheiden (Siehe
PmScl).
2 Banden an dieser Stelle sind immer Sm BB´. |
 |
|
|
SSA
/ Ro (60kD)
Im Immunoblot stellt sich SSA als zwei Banden (SSA-60 kD und SSA-52
kD) dar.
Das isolierte Auftreten der SSA-60 kD Bande weist auf einen SLE hin,
während sie in Kombination mit der SSA-52 kD auf einen SLE oder Sjögren
Syndrom hindeutet.
Bemerkungen:
Nahe der 60 kD Bande liegt HSP 60 (Heat shock Protein). |
 |
|
|
SSA
/ (52kD)
Eher typisch für Sjögren Syndrom.
Wichtiger Marker für neonatalen Lupus und kongenitalen Herzblock.
Bemerkungen:
Dicht bei dieser Bande liegt eine nicht näher charakterisierte Bande,
die sehr häufig bei
SSA 52 kD positiven Seren erscheint. Selten erscheint diese Bande
allein, dabei können Fehlinterpretationen auftreten. |
 |
|
|
SSB
/ La (45kD)
Im Immunoblot werden Anti SSB Antikörper durch eine Bande bei 45 kD
dargestellt.
Die SSB Bande tritt in den meisten Fällen mit der SSA-52 kD zusammen
auf.
SSB ist ein typischer Marker für das Sjögren Syndrom
In Kombination mit SSA 52 kD ist SSB ein Marker für neonatalen Lupus
und den kongenitalen Herzblock. |
 |
|
|
Neben den charakterisierten
Antigenen enthält der Immunoblot alle weiteren Antigene der Hep2 Zelle.
Da charakterisierte Markerseren für diese Antigene nicht in ausreichendem
Maße verfügbar sind, können die Antigene nicht mit in die routinemäßige
Qualitätskontrolle einbezogen werden.
In der Nähe von 60 kD und 70 kD können Heat schock Proteine erfaßt
werden (die nicht charakterisiert sind).
Durch die sensitive Einstellung unseres cut off sollten folgende Punkte
bei der Interpretation berücksichtigt werden:
Banden mit einer Intensität von 15 % - 25 % gelten als Hinweis einer
Antikörperreaktion, und sollten nochmals abgeklärt werden (Immunfloureszens,
Serum einer späteren Abnahme).
Banden > 30 % können als eindeutig positiv bewertet werden.
|
 |