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Exposé
zur Chlamydien-Diagnostik
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pneumoniaes
Chlamydia trachomatis
Interpretation des Chlamydia trachomatis-Immunoblots
chronische Chl. trachomatis-Infektionen induzieren normalerweise
Antikörper vom IgA-und Chlamydia trachomatis
Die Stämme von Chl. trachomatis lassen sich in drei Biovare
einteilen: Trachom, Lymphogranuloma venereum und Maus. Die beiden
erstgenannten sind exklusiv humanpathogen und sind insgesamt 14
mit jeweils charakteristischen Krankheitserscheinungen zuzuordnen:
| Serovar |
Erkrankung |
| A-C |
Trachom |
| D-K |
Einschlußkonjunktivitis, Non-gonorrhoische
Urethritis, Epididymitis, mukopurulente Zervizitis, Urethralsyndrom
der Frau, Endometritis, Salpingitis, Perihepatitis,
Neugeborenenpneumonie, reaktive Arthritis |
| L1-L3 |
Lymphogranuloma inguinale |
In den Industriestaaten sind die Biovare D-K von Chl. trachomatis
die am häufigsten sexuell übertragenen Erreger. Primärinfektionen
können bereits bei der Geburt stattfinden und Konjunktivitiden und
Pneumonien zu Folge haben. Etwa die Hälfte dieser peripartalen Infektionen
verläuft jedoch asymptomatisch. Die Erreger können persistieren
und so bereits beim Neugeborenen den Grundstein für eine chronische
Erkrankung legen.
Die chlamydieninduzierte reaktive Arthritis tritt auf nach
Urogenitalinfektionen mit den Serovaren D K. Auch nach Infektionen
mit den Serovaren L1-L3 wurden vereinzelt
reaktive Arthritiden beschrieben.
1-4% aller nicht durch Gonokokken induzierten Urethritiden führen
in der Folge zu einer reaktiven Arthritis (d). In 50% dieser Fälle
läßt sich serologisch oder durch Urogenitalabstriche Chlamydia
trachomatis als Verursacher nachweisen.
Die Diagnostik erfolgt über den Erregernachweis (in der Kultur;
durch den Nachweis der Einschlußkörper im Direktpräparat oder durch
den Nachweis chlamydialer DNA im Sondentest) oder serologisch durch
Antikörpernachweis im IIFT (Indirekter Immunfluoreszenztest) oder
ELISA (Enzyme Linked ImmunoSorbent Assay) und neuerdings im Immunoblot
und der PCR (Polymerase Chain Reaction).
Gerade bei länger bestehenden urogenitalen Infektionen und der Entwicklung
einer reaktiven Arthritis ist unter Umständen kein Antigen mehr
nachzuweisen und eine Diagnostik ausschließlich durch serologische
Methoden möglich, wobei hier dem Immunoblotting eine besondere Bedeutung
zukommt, da über die immunologische Reaktion gegen einzelne Antigene
durchaus weitergehende Aussagen möglich sind.
Bei Infertilität sowohl der Frau als auch des Mannes sollte eine aszendierte
Chlamydieninfektion serologisch ausgeschlossen werden. Vor allem serologische
Reaktionen gegen chlamydiale Heat Shock-Proteine im IgA- und IgG-Bereich
scheinen mit Fruchtbarkeitsstörungen zu korrelieren (e, g, h, chronische
Beckenentzündung/Ektopische Schwangerschaft: i; Tubenverschluß: f).
Diese Reaktionen sind differenziert im Immunoblot nachweisbar.
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Anwendung
des Chlamydia trachomatis-Immunoblots
Der Immunoblot sollte unbedingt eingesetzt werden bei Verdacht auf
folgende chronische Entzündungsreaktionen:
- chlamydieninduzierte reaktive Arthritis
- chlamydieninduzierte Eileiter- oder Samenleiterentzündungen,
die zur Infertilität führen können.
Die Immunantwort gegen Chl. trachomatis verändert sich
während des Verlaufs einer Infektion. Zu Beginn einer Infektion werden
Antikörper gegen MOMP1 gebildet, während bei einer lang anhaltenden
oder chronischen Infektion unter anderem (siehe unten) Antikörper
gegen Streßproteine ("Heat Shock Proteine HSP") gebildet
werden.
Diese Heat Shock Proteine sind ein Indiz für eine lang andauernde
oder chronische Infektion. Nach unseren Ergebnissen können bei chronischen
Infektionen die Antikörpertiter gegen MOMP1 zurückgegangen oder sogar
ganz verschwunden sein, während andere Antikörper (u. a. gegen Heat
Shock Proteine) noch hochtitrig vorhanden sind.
Aus diesem Grund werden bei den AID-Chlamydien-Tests ausschließlich
Vollantigene eingesetzt. Nur im Vollantigen sind diagnostisch wichtige
Proteine, wie Heat Shock Proteine oder andere Chl. trachomatis-spezifische
Proteine (siehe unten), enthalten.
Speziell bei chronischen Eileiterentzündungen mit Verdacht auf Infertilität
ist der Einsatz des Immunoblots sehr hilfreich. Zum Zeitpunkt einer
manifesten chronischen Eileiterentzündung können unter Umständen im
normalen Abstrich keine chlamydialen Antigene mehr nachgewiesen werden,
während die spezifischen Antikörpermuster zu diesem Zeitpunkt voll
ausgeprägt sind.
Der vorliegende Testkit ist nach dem AMG nur zur Diagnostik reaktiver
Arthritis und weiterer chronischer Erkrankungen (z. B. Infertilität)
zugelassen.
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Folgende
Banden sind im AID-Immunoblot charakterisiert
(die als speziesspezifisch betrachteten Banden sind fett gedruckt):
LPS, 29 kD, 38 kD (MOMP 1´), 40 kD (MOMP 1),
45kD, 57 kD (MOMP 2), 60 kD (Heat Shock Protein), 70
kD (Heat Shock Protein), 80 kD.
Antikörper gegen Chl. trachomatis reagieren kreuz mit
Chl. pneumoniae, doch ist eine Spezies-Differenzierung
über die spezifischen Banden möglich.
So reagieren Antikörper gegen Chl. pneumoniae oft schwach
im Chl. trachomatis Immunoblot gegen MOMP 1. Da MOMP
1' bei Chl. trachomatis fast ausschließlich in Korrelation
mit MOMP 1 auftritt, ist eine ausschließlich gegen MOMP-1 gerichtete
schwache serologische Reaktion zu vernachlässigen.
Diese Kreuzreaktivität läßt sich damit erklären: daß ein Großteil
der Bevölkerung mit Chl. pneumoniae Kontakt hatte und
somit die meisten Patienten Antikörper gegen diesen Erreger gebildet
haben. So kann es bei einer Infektion mit Chl. trachomatis durch
die Restimulierung vorhandener Gedächtniszellen gegen Chl.
pneumoniae zu einer scheinbaren Antwort gegen Chl. trachomatis
kommen.
IgM-Antikörper treten nur innerhalb der ersten 3-4 Monate auf und
werden bei fortgeschrittenen Infektionen nicht mehr beobachtet. Der
Nachweis von IgA-Antikörpern ist ein verläßliches Zeichen für eine
fortbestehende Chlamydieninfektion. Mit der Ausheilung urogenitaler
Chlamydieninfektionen und dem Abklingen einer Chlamydien-induzierten
reaktiven Arthritis normalisieren sich IgA-Titer, während IgG-Antikörpertiter
lebenslang persisitieren können.
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