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Exposé Leberblot



Bei den autoimmunen Lebererkrankungen sind vor allem die auch als Autoimmunhepatitiden bezeichneten autoimmunen Verlaufsformen der chronisch-aktiven Hepatitis (ai-CAH) von der chronischen nicht-eitrigen destruierenende Cholangitis mit dem Endstadium der primären biliären Zirrhose (PBC) abzugrenzen.

Während sich bei den Autoimmunhepatitiden die Immunreaktionen haupfsächlich gegen die Hepatozyten richten, werden bei der PBC und ihrer Vorstufe die Epithelien kleiner intrahepatischer Gallengänge angegriffen.

Autoimmune Verlaufsformen der chronisch-aktiven Hepatitis (Autoimmunhepatitis)

Bei chronischen Hepatitiden gilt es, virusinduzierte von autoimmunen Verlaufsformen abzugrenzen. Bei der Autoimmunhepatitis handelt es sich nicht um eine nosologische Entität. Serologisch und klinisch können drei Subgruppen differenziert werden, wobei allen Autoimmunhepatitiden die folgenden Charakteristika gemeinsam sind:
  • überwiegend weibliches Geschlecht
  • Hypergammaglobulinämie
  • extrahepatische Autoimmunsyndrome
  • Histologie ("Mottenfraßnekrosen", stadienabhängig)
  • Immungenetik (HLA-B8, -DR3)
  • Autoantikörper

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Das Ansprechen immunsuppressiver Therapie, die Assoziation mit extrahepatischen Autoimmunsyndromen und die Assoziation mit Autoantikörpern machen eine autoimmune Genese wahrscheinlich.

Die klassische autoimmune "lupoide" chronisch-aktive Hepatitis (ai-CAH Typ I) ist durch antinukleäre Antikörper (ANA) und Anti-Aktin-Antikörper (Untergruppe der Anti-SMA-Antikörper) gekennzeichnet.

Die zweite Verlaufsform (ai-CAH Typ II) ist charakterisiert durch das Auftreten von Autoantikörpern gegen ein Antigen aus Leber und Niere (Liver Kidney Microsomal-1 =LKM-1). Das Hauptzielantigen Anti-LKM-Antikörper ist das Cytochrom P450 IID6.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß weitere LKM-Autoantikörper differenziert werden können:
  • LKM-2: nur bei medikamentös induzierter Hepatitis (nach Applikation von Tienylsäure = Ticrynafen). Da dieses Medikament in Deutschland nicht vertrieben wird, können LKM-2 auch nicht nachgewiesen werden.
  • LKM-3: treten bei 6-10% der Patienten mit chronischer Hepatitis-D auf. Sie sind gegen UDP-Glucuronyltransferasen der Familie UGT-1 gerichtet.
Eine dritte Verlaufsform (ai-CAH Typ III) ist verbunden mit dem Auftreten von Autoantikörpern gegen ein lösliches Antigen der Hepatozyten (Soluble Liver Antigen = SLA), das gleichwertig ist mit dem als LP (Liver Pancreas) beschriebenen Antigen.
 
Verschiedene weitere Autoantikörper gegen andere Bestandteile des Lebergewebes wurden beschrieben, ohne entscheidend zur Differentialdiagnostik beizutragen. So existieren beispielsweise Autoantikörper gegen die komplexe Antigenpräparation "LSP" (Liver Specific Lipoprotein), die u. a. Membrananteile enthält. Autoantikörper gegen diese Proteinfraktion sind sehr heterogen (einziges bislang charakterisiertes Antigen ist der Asialoglykoproteinrezeptor) und werden sowohl bei virus- als auch bei nicht virusinduzierten Verlaufsformen der chronisch aktiven Hepatitis nachgewiesen.

.Primäre biliäre Zirrhose (chronische nicht-eitrige Cholangitis)Die chronische nicht-eitrige Cholangitis mit dem Endstadium primäre biliäre Zirrhose (PBC) ist eine Erkrankung ungeklärter Ätiologie. Folgende immunologischen Alterationen sind nachgewiesen:
  • Granulombildung
  • IgM-Synthesestörung (oft Erhöhung)
  • Erhöhung der alkalischen Phosphatase im Serum
  • zirkulierende Immunkomplexe
  • Komplementaktivierung
  • verminderte Suppressorzellfunktion
  • antimitochondriale Antikörper
Vor allem aufgrund des Auftretens charakteristischer und spezifischer antimitochondrialer Antikörper (AMA)und der lymphozellulären Infiltration um die kleinen intrahepatischen Gallengänge wird die PBC als eine Autoimmunerkrankung betrachtet. Dafür spricht auch die Assoziation mit zahlreichen klinischen Symptomen, die für Autoimmunerkrankungen typisch sind. Eine Assoziation zwischen der PBC und dem HLA-II-Antigen DR8 und HLA-III-Antigenen, vor allem CEAQO und C4B2, konnte nachgewiesen werden.

Dennoch sollte die Möglichkeit einer Induktion dieser Erkrankung durch ein infektiöses Agens nicht ohne weiteres verworfen werden. So wurden beispielsweise Kreuzreaktionen der antimitochondrialen Antikörper mit Proteinen von Enterobacteriaceae beschrieben. Auch eine infektiöse Genese unter Partizipation von Mycobacterium gordonae wird neuerdings postuliert. Untypisch für eine Autoimmunerkrankung ist auch das fehlende Ansprechen auf klassische Immunsuppressiva (Prednison, Azathioprin).

Die antimitochondrialen Antikörper Die antimitochondrialen Antikörper (AMA) sind die am meisten spezifischen und sensitiven diagnostischen Marker für die PBC, wobei die AMA vom sogenannten Typ 2 mit Abstand die größte Bedeutung haben. Zwar wurden die mitochondrialen Antigen-Antikörper-Systeme in insgesamt 9 Subtypen eingeteilt, doch kann verschiedenen Kombinationen dieser Subtypen keine prognostische Signifikanz zugeordnet werden. Darüberhinaus fehlt beispielsweise für die der äußeren mitochondrialen Membran zugeschriebenen Zielantigene M4, M8 und M9 der Beweis, daß es sich nicht um Bestandteile des Zytoplasmas oder des Endoplasmatischen Retikulums handelt. Insgesamt ist die molekulare Charakterisierung der Zielantigene mit Ausnahme von M2 noch nicht sehr weit gediehen.

AMA-M2: AMA-M2: bei dem als M2 bezeichneten Zielantigen (74 kD) handelt es sich um den Ketosäuredehydrogenase-.Multienzymkomplex, der aus der Pyruvatdehydrogenase (PDH), der Verzweigtketten-Ketosäuredehydrogenase (BCKD) und der Ketoglutaratdehydrogenase (KGD) besteht. Alle drei Untereinheiten sind in der inneren mitochondrialen Membran lokalisiert und bestehen ihrerseits wiederum aus jeweils drei Untereinheiten (E1, E2 und E3), wobei den E2-Untereinheiten die größte antigene Bedeutung zukommt. Die E3-Untereinheit ist bei allen drei Enzymen identisch. Außerdem treten Antikörper gegen eine eine als Protein X bezeichnete Lipoidkomponente der PDH auf.
 
Die weitere Einteilung der antimitochondrialen Antikörper erfolgt nach der jeweiligen Reaktivität mit den genannten Enzym-Untereinheiten, beispielsweise:

M2a: PDH-E2

M2c: Protein X, BCKD-E2, KGD-E2, E3

M2d: PDH-E1 a

M2e: PDH-E1 b

Im AID-Leberblot sind charakterisiert:

LKM-1LKM-1: Bande bei 50 kD; typisch für die autoimmune chronisch-aktive Hepatitis vom Typ II

M2 M2 mit den Unterspezifitäten a, b, c, d, e, f: chronische nicht eitrige-destruierende Cholangitis/primäre biliäre Zirrhose (PBC)

LP LP = SLA: Bande bei 52 kD; bei 25 bis 30 % der Patienten mit autoimmun chronisch-aktiver Hepatitis vom Typ III

(LKM-3 = UGT-1): bei 6-10% der Patienten mit Hepatitis-D (d-Infektion)
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ANA/AMA-IgG
Anti-Borrelia burgdorferi-IgG
Anti-Borrelia burgdorferi-IgM
Anti-Campylobacter jejuni-IgG+A
Anti-Chlamydia pneumoniae-IgG+A+M
Anti-Chlamydia trachomatis-IgG+A
Anti-Zytomegalie-Virus-IgG+M
Anti-Epstein-Barr-Virus-IgG
Anti-Epstein-Barr-Virus-IgM
Anti-Helicobacter pylori-IgG+A
Anti-Herpes-simplex-Virus-1-IgG+M
Anti-Herpes-simplex-Virus-2-IgG+M
Anti-Leber-Autoantikörper
Anti-Toxoplasma-IgG+A+M
Anti-Treponema pallidum-G+A+M
Anti-Yersinia enterocolitica-IgG+A


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